Nur beantwortet es eine andere Frage. Management kann ein Unternehmen immer besser darin machen, den eingeschlagenen Weg zu gehen. Irgendwann muss trotzdem jemand prüfen, ob es noch der richtige Weg ist.
Diese Aufgabe lässt sich schwer in einen Prozess übersetzen. Sie besitzt häufig keinen eindeutigen Auslöser und noch seltener einen perfekten Zeitpunkt. Vor allem liefert sie keine Garantie dafür, dass eine Entscheidung im Nachhinein richtig gewesen sein wird.
Man entscheidet mit dem Wissen von heute über eine Wirklichkeit, die erst morgen entsteht.
Vielleicht gehört deshalb zum Unternehmersein auch die Bereitschaft, eine bestimmte Form von Ungewissheit auszuhalten. Nicht als romantisches Bild vom mutigen Unternehmer, der aus dem Bauch heraus ins Risiko springt. Gerade weitreichende Entscheidungen verdienen Analyse, Vorbereitung und Widerspruch.
Aber irgendwann endet die Analyse. Nicht weil man genug weiß, um sicher zu sein. Sondern weil weiteres Wissen die grundsätzliche Unsicherheit nicht mehr auflösen kann. Dann muss jemand Richtung geben.
Ich halte diese Unterscheidung auch deshalb für wichtig, weil Aktivität leicht darüber hinwegtäuschen kann. Wer ein Unternehmen führt, hat selten das Problem, nichts zu tun zu haben. Die Tage füllen sich ziemlich zuverlässig.
Die interessantere Frage ist deshalb möglicherweise nicht, wie viel wir für unser Unternehmen arbeiten. Sondern innerhalb welcher Fragen.
Wie viel unserer Aufmerksamkeit fließt in das Funktionieren dessen, was bereits da ist? Und wann beschäftigen wir uns mit den Fragen, auf die unser heutiges Unternehmen noch keine Antwort kennt?
Beides gehört zusammen.
Unternehmersein ohne gutes Management bleibt schnell Idee. Management ohne unternehmerische Richtung kann dagegen ausgesprochen effizient werden. Nur weiß Effizienz allein noch nicht, wohin sie eigentlich führen soll.
Frohes schaffen!
Timo Kaapke