Je länger ich mich mit Unternehmern beschäftige, desto interessanter finde ich die Frage, wie wir Entscheidungen im Nachhinein beurteilen. Wir kennen ihre Ergebnisse und betrachten sie von dort aus.
War eine Entscheidung erfolgreich, erkennen wir darin häufig Konsequenz, Weitsicht oder ein gutes unternehmerisches Gespür. Ist sie gescheitert, suchen wir nach den Fehlern, die zu diesem Ergebnis geführt haben.
Dabei vergessen wir leicht, dass der Unternehmer im Moment der Entscheidung über ein anderes Wissen verfügte als wir heute. Er konnte Erfahrungen nutzen, Informationen sammeln, Entwicklungen einschätzen und sich eine fundierte Meinung bilden.
Aber er konnte die Zukunft nicht kennen. Das gilt auch für Entscheidungen, die sich später als besonders tragfähig herausstellen.
Dass unser Logo und unser Claim nach 26 Jahren noch unverändert bestehen, lässt sich heute als Zeichen einer konsequenten Positionierung betrachten. Und natürlich freue ich mich darüber.
Aber ich würde daraus nicht ableiten wollen, dass wir im Oktober 2000 bereits wussten, welche Bedeutung diese Positionierung über die folgenden Jahrzehnte bekommen würde. Wir hatten eine Überzeugung. Wir haben uns entschieden und anschließend mit dieser Entscheidung gearbeitet. Was daraus entstanden ist, hat sich erst im Laufe der Jahre gezeigt.
Das Ergebnis gehört zur Geschichte. Es darf nur nicht mit dem damaligen Wissen verwechselt werden. Denn auch eine gut begründete Entscheidung kann zu einem schlechten Ergebnis führen. Und umgekehrt kann eine Entscheidung erfolgreich sein, obwohl ihre ursprüngliche Begründung wenig tragfähig war.
Wer ausschließlich vom Ergebnis her urteilt, übersieht einen wesentlichen Teil unternehmerischer Verantwortung.
Entscheidend ist schließlich auch, auf welcher Grundlage jemand entschieden hat, als der Ausgang noch offen war.