Datenschutzeinstellungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern.

Wenn Sie unter 16 Jahre alt sind und Ihre Zustimmung zu freiwilligen Diensten geben möchten, müssen Sie Ihre Erziehungsberechtigten um Erlaubnis bitten.

Wir verwenden Cookies und andere Technologien auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern. Personenbezogene Daten können verarbeitet werden (z. B. IP-Adressen), z. B. für personalisierte Anzeigen und Inhalte oder Anzeigen- und Inhaltsmessung. Weitere Informationen über die Verwendung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können Ihre Auswahl jederzeit unter Einstellungen widerrufen oder anpassen.

Alle akzeptieren Speichern
80
Müssen Unternehmerentscheidungen immer logisch sein? – Reflexionen über Intuition und Vertrauen im Film „Air – Der große Wurf“.
19.02.2025
Timo Kaapke

2021 hatte ich eine Aufstellung von Filmen über Unternehmer gesehen und daraufhin hier im Blog nacheinander fünf Filme (siehe Nr. 46, 48, 50, 52 und 54) unter der Fragestellung besprochen, was sie mir an Erkenntnissen über mein Unternehmersein bringen können.

Nun habe ich Lust, das mal wieder fortsetzen, und ich beginne mit dem Film „Air – Der große Wurf“ von 2023, in dem es darum geht, wie Nike 1984 den NBA-Superstar Michael Jordan als Werbeträger gewann und die legendären „Air-Jordan“-Schuhe kreierte.

Ich freue mich, wenn meine Überlegungen auch Sie animieren, sich die Filme anzuschauen und für eine Reflexion über Ihr Unternehmersein zu nutzen. Mich hat dieser Film zum Beispiel zum Nachdenken über unternehmerische Intuition gebracht, über Zutrauen und darüber, dass man auch mittelständisch agieren kann, ohne im Mittelstand zu sein.  

 

Break the rules

Was passiert im Film? 1984 ist Nike – damals mit Abstand hinter Converse und Adidas drittgrößtes US-Sportbekleidungsunternehmen –, nahe daran, seine Basketballsparte zu schließen. Doch Markenchef Sonny Vaccaro (Matt Damon) ist vom Firmengründer und CEO Phil Knight (Ben Affleck, der auch Regie führt) beauftragt, die Basketballabteilung auszubauen und Spieler vorzuschlagen, die Nike unter Vertrag nehmen kann.

Sonny hat die Idee, das Sponsoring-Budget nicht wie geplant für mehrere Spieler, sondern komplett für den damals schon vielversprechenden, aber noch ganz am Anfang seiner Karriere stehenden 21-jährigen Michael Jordan zu verwenden. Der möchte jedoch nicht zu Nike, sondern lieber zu Adidas. Auch Sonnys Kollegen sind skeptisch wegen des hohen Risikos für Nike. Doch Sonny glaubt an seine Idee und an den wichtigen Nike-Unternehmensgrundsatz „Break the rules“.

Er versucht, gegen den Willen von Jordans Agenten, die Eltern im direkten Gespräch für seine Idee zu gewinnen. Besondern die Mutter Deloris Jordan zeigt sich in den Gesprächen als harte Verhandlungspartnerin – wissend, dass ihr Sohn zwar noch jung, aber dennoch schon eine Legende ist. Doch am Ende erreicht Sonny sein Ziel, und für Nike ist das der Beginn eines sagenhaften Aufstiegs.

 

Mittelständische Qualitäten

Keine Frage: Sonny Vaccaro ist im Film eine interessante Figur. Er agiert nicht wie ein aalglatter Konzernmanager und zeigt, dass auch ein börsennotiertes Großunternehmen mit mittelständischen Qualitäten auftreten kann. Er strahlt Authentizität und Bescheidenheit aus und macht mit seiner Flexibilität im Vergleich zu den eher unbeweglichen Managern von Adidas und Converse einen Unterschied gegenüber den Jordans.

Er versteht extrem viel vom Basketball, agiert selbstständig, ist wagemutig und beharrlich und versteht es, gegenüber den Jordans vertrauenswürdig aufzutreten.

Außerdem zeigt er die Tugenden eines hervorragenden Mitarbeiters – die natürlich auch einem Unternehmer keineswegs schaden: Er glaubt unerschütterlich daran, dass seine Idee aufgehen kann, und er lässt sich von den Widerständen in Jordans Familie und im eigenen Unternehmen nicht davon abbringen.

 

Violetter Porsche

Aber das ist offensichtlich, da kann ich Ihnen nichts Überraschendes erzählen. Zudem ist nicht Sonny Vaccaro der Unternehmer, sondern Phil Knight. Und da ich hier einen Blog von Unternehmer zu Unternehmer schreibe, finde ich die spannendere Frage, welchen Impuls wir mittelständischen Unternehmer von ihm mitnehmen können.

Phil Knight wird von Affleck ironisierend als etwas überheblicher und exzentrischer Typ gespielt, der einen violetten Porsche fährt, seine nackten Füße auf den Schreibtisch legt und gerne auf dem Bürosofa abhängt und meditiert. Phil, der von Basketball nicht viel versteht, kann Sonnys Idee anfangs nichts abgewinnen und lässt sich nur zögerlich darauf ein.

Aber das ist alles nur Fassade. Dahinter zeigt er letztlich eine wichtige Fähigkeit, die uns Unternehmern nicht immer leichtfällt: Er vertraut seinem Mitarbeiter. Er traut ihm zu, diesen Deal hinzubekommen. Und in den Momenten, wo dieser Entscheidungen benötigt, zeigt Phil dann – bei allen Zweifeln – eine weitere unternehmerische Tugend: Er entscheidet – und folgt dabei seiner Intuition.

 

Warum nicht?

Als Deloris Jordan in der letzten Verhandlungsphase überraschend die Forderung auf den Tisch legt, dass mit Michael erstmals überhaupt ein Sportler am Erlös jedes mit seinem Namen verkauften Produktes beteiligt werden soll, ist Sonny überzeugt, dass die Verhandlung damit gescheitert ist. Das geht weit über seinen Kompetenzrahmen hinaus und hat es so noch nie gegeben.

Er geht mit hängenden Schultern zu Phil, überzeugt, dass der nur ablehnen kann. Auch Phil zögert kurz, doch dann sagt er: „Scheiß drauf! Wir sollten es tun!“ Und auf Sonnys Einwand, es sei ein großes Risiko, antwortet er: „Wer Regeln bricht, wird nicht vergessen.“

Phil agiert intuitiv und unternehmerisch, nimmt den Grundsatz „Break the rules“ ernst. Er geht das Risiko ein und der Erfolg wird ihm Recht geben. Während seine Mitarbeiter – selbst der bis dahin so mutige Sonny – sich fragen: Was ist, wenn das nicht klappt?, stellt Phil sich stattdessen die Frage: Was ist, wenn es klappt? Er fragt nicht: Warum? Sondern: Warum nicht?

 

Instinkt und Bauchgefühl

Der unternehmerischen Intuition zu folgen, das bedeutet: nicht an alle Themen immer nur rational heranzugehen, sich nicht immer sklavisch an alle selbstauferlegten oder durch Gewohnheit gewachsenen Regeln zu halten, sondern Instinkt und Bauchgefühl zuzulassen.

Intuition bedeutet, dass wir die Gründe für die Entscheidung eigentlich gar nicht so richtig erklären können – und trotzdem die Attraktivität und Anziehungskraft einer Idee spüren. Und meine Erfahrung ist, dass die wirklich richtungsweisenden Entscheidungen auch von mir am Ende des Tages immer intuitive Entscheidungen sind.

Als ich den Film sah und über Phil Knights Intuition reflektierte, erinnerte ich mich daran, wie ich 2007 die Entscheidung traf, das KAAPKEHAUS zu bauen. Die Investition bedeutete ein Vielfaches unseres damaligen Jahresgewinns, und logisch war das keineswegs. Da war viel Intuition im Spiel.

 

Etwas Besonderes

Ich weiß noch, wie ich damals vor der Entscheidung stand und trotz aller Risiken fühlte, dass es richtig sei, diesen Schritt zu gehen. Ich saß an meinem Schreibtisch, im Hintergrund lief „Running Down a Dream“ von Tom Petty, und ich spürte: Das KAAPKEHAUS könnte etwas Besonderes werden.

Es könnte uns ein Umfeld schaffen, in dem das, was wir machen, nicht nur faktisch besser geht als vorher, sondern auch irgendwie ein anderes Feeling, ein anderes Movement bekommt.

Ich hatte das Gefühl: Das kann richtig cool werden! Ich muss das machen. Ich verpasse etwas, wenn ich das nicht tue, dann ärgere ich mich. Und am Ende stand der Entschluss: Scheiß drauf, ich tue es! Und im Nachhinein war es die richtige Entscheidung: Seit über 17 Jahren ist das KAAPKEHAUS viel mehr als ein Bürogebäude, es ist ein Spiegel unserer Marke, in Architektur übersetzt.

 

Intuition ist unverzichtbar

Ich möchte wetten: Wenn sie mal Ihre letzten zehn großen unternehmerischen Entscheidungen im Kopf durchgehen und rekapitulieren,  wie Sie da entschieden haben, dann war auch bei Ihnen zumeist die Intuition im Spiel.

Sie ist für uns Unternehmer unverzichtbar. Weil das Besondere und Innovative oft im (scheinbar) Unlogischen entsteht. Weil Entscheidungen nicht immer nur logisch sein müssen und auch nicht immer nur logisch sein können. Sie dürfen ruhig wider alle Vernunft sein, wenn die Intuition uns dazu rät.

Wie ist das bei Ihnen: Treffen Sie auch viele Entscheidung mit unternehmerischer Intuition? Trauen Sie Ihren Mitarbeitern Großes zu? Schreiben Sie mir doch mal darüber. Aber vor allem: Sprechen Sie andere Unternehmer darauf an und tauschen sich mit ihnen darüber aus!

Frohes schaffen
und keep on burning!

Timo Kaapke

Foto von Timo Kaapke

Das Unternehmerbuch: FROHES SCHAFFEN.

Ein Augenöffner-Buch für alle, die sich ihrer Unternehmer-Rolle bewusster werden wollen, um mit dieser neu gewonnenen Klarheit sich selbst und ihr Unternehmen in die Zukunft zu führen – sinnvoll und erfolgreich.

Jetzt bestellen!
Foto von Timo Kaapke

Bist Du schon Unternehmer oder noch immer Nachfolger?

Entdeckt das ganzheitliche Sparringprogramm für Nachfolger mittelständischer Unternehmen, die ihre Unternehmerrolle selbst bewusst entwickeln und ihre Selbstführung stärken wollen.

Jetzt durchstarten!
Kommentare
Ihre Meinung interessiert mich. Ich freue mich auf Ihren Kommentar!
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert
News
letter
Impulse von Unternehmer zu Unternehmer, direkt in Ihr Postfach – jetzt kostenlos abonnieren: