Bei einem laufenden Geschäft lässt sich Erfolg häufig recht konkret beschreiben. Eine Leistung wurde erbracht, ein Kunde gewonnen, ein wirtschaftliches Ziel erreicht.
Ein Versuch folgt einer anderen Logik. Sein Ergebnis kann darin bestehen, dass wir etwas bestätigen. Es kann aber ebenso darin liegen, dass wir eine Vermutung widerlegen oder eine entscheidende Schwierigkeit erkennen.
In beiden Fällen wissen wir anschließend mehr als vorher. Und dennoch werden wir diese Ergebnisse nicht immer gleich bewerten.
Wenn ein Versuch zeigt, dass eine Idee unter den gegebenen Bedingungen nicht tragfähig ist, entsteht schnell der Eindruck, die investierte Zeit sei vergeblich gewesen. Schließlich ist kein neues Geschäft entstanden.
Aber war das überhaupt der ursprüngliche Auftrag?
Wenn wir herausfinden wollten, ob eine bestimmte Möglichkeit besteht, kann eine begründete negative Antwort durchaus ein wertvolles Ergebnis sein. Sie verhindert möglicherweise, dass wir später erheblich mehr Ressourcen in eine Annahme investieren, die sich nicht bestätigt.
Die Schwierigkeit liegt für mich darin, diese Unterscheidung auch dann ernst zu nehmen, wenn die Erkenntnis unseren ursprünglichen Hoffnungen widerspricht. Denn natürlich beginnen wir einen Versuch selten völlig unvoreingenommen. Wer sich für eine Idee begeistert, möchte meistens auch, dass etwas daraus wird.
Ich kenne diesen unternehmerischen Impuls, aus Gedanken etwas machen zu wollen. Schließlich besteht ein wesentlicher Teil des Unternehmerseins darin, Möglichkeiten zu erkennen und ihnen eine konkrete Form zu geben.
Aber genau dieser Gestaltungswille kann dazu führen, dass wir zu früh an einer bestimmten Lösung festhalten. Dann versuchen wir irgendwann nicht mehr herauszufinden, ob unsere Idee trägt. Wir versuchen zu beweisen, dass sie trägt.